Das Freibad Kleinblittersdorf ist ab dem 19.06.2020 wieder geöffnet.

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Mensch, Heil oder Dorn der Schöpfung

Eröffnung, am 14. Februar, um 19 Uhr, in der kath. Kirche Maria Heimsuchung Auersmacher

2018 wurde die Amateurtheatergruppe „junge bühne auersmacher“ gemeinsam mit dem Bildhauer
Martin Steinert mit dem Kulturpreis für Kunst des Regionalverbandes Saarbrücken ausgezeichnet. Auf
Initiative der Regionalentwicklung des Regionalverbandes Saarbrücken entstand im Austausch mit den
Künstlern die Idee zu einem gemeinsamen Kunstprojekt anlässlich der Passionsspiele in Auersmacher
2020. Kleinblittersdorf mit dem Ortsteil Auersmacher gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau.
Das Kunstprojekt widmet sich in diesem Kontext der Zukunft der Erde und versteht sich als Chance,
eine Annäherung zu einem ökologisch und ethisch tragfähigen Verhältnis zwischen Mensch und Natur
mit der Sprache der Kunst und Kulturarbeit zu inspirieren.
Mit dieser Intension wurde die Inszenierung der Passionsspiele 2020 der „jungen bühne
auersmacher“ durch ein gemeinsames Kunstwerk des Bildhauers Martin Steinert und des
Lichtkünstlers François Schwamborn erweitert. Das Bild der beiden Künstler thematisiert eine
menschliche Weltengemeinschaft, die sich offenbar oder subtil als „Krönung“ der Schöpfung
empfindet und mit einer Geste der Überheblichkeit gegenüber der Natur die Lebensgrundlage
künftiger Generationen verdornt.
Das Bild
Im Kirchenraum scheinbar schwebend über dem Chor, dem Ort der Wandlung, hat Martin Steinert in
wochenlanger Arbeit aus unzähligen Stäben aus regionalem Holzvorkommen ein überdimensionales
Zitat einer Dornenkrone geschaffen. Diese hölzerne „Dornenkrone der Menschheit“ wirkt jedoch nicht
für sich alleine, sie wird zur Projektionsfläche einer Lichtinstallation des Lichtkünstlers François Schwamborn. Dem Künstler geht es darum, kurzsichtiges und eindimensionales Sehen zu
durchbrechen. Auf der Suche nach dem Heilsamen durchleuchtet er sprichwörtlich das System der
„Menschheitskrone“ von Martin Steinert und trifft auf Widersprüche. Im Zusammenspiel mit Texturen
des Kurators Peter Michael Lupp wird das Werk zu einem Bild, das offen ist für den, der fragt und
weiterdenkt.
Das Werk wird ab dem 14. Februar in der kath. Kirche Maria Heimsuchung Auersmacher bis Mitte des
Jahres 2020 zu sehen sein. Zur Eröffnung am 14. Februar 2020, um 19 Uhr, wird herzlich eingeladen.
Nach Abschluss der Projektphase in Auersmacher ist ab Mitte 2020 eine [Ver]wandlung der
Dornenkrone in eine symbolische Erdkugel geplant, die auf dem Wintringer Hof am KulturOrt
Wintringer Kapelle gezeigt wird. Im Vorfeld dazu hat Martin Steinert Modelle aus Metall entwickelt,
die derzeit als Prolog am KulturOrt Wintringer Kapelle gezeigt werden. www.kulturort-wintringerkapelle.de
Experiment und Forschungsauftrag
Das Kunstprojekt verfolgt prozessorientiert die Fragestellung, inwieweit sich der Zugang zu
ökologischem Denken und Handeln über die Bildsprache der Kunst und der Kopplung eines Diskurses
mit unterschiedlichen Akteuren und Institutionen erweitern und vernetzten lässt. Dabei werden
Aspekte der gegenwärtigen Rolle von Spiritualität, Religion und Kirche als Bindeglied zur Bildung
nachhaltiger Entwicklung innerhalb der Gesellschaft und sakraler Raum als Ort des Übergangs und
des Rückzugs zum Thema. Im Zeichen der Ökumene wird der gesamte Prozess mit der „Laudato si´ –
Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ von Papst Franziskus sowie „Das Kairos für die Schöpfung
– Hoffnungsbekenntnis für die Erde“ der Evangelischen Kirche in Deutschland in Verbindung gebracht.
Das Experiment möchte Bild und Bildung sein für andere, um aufzuzeigen, dass Kunst- und
Kulturprojekte dieser Art ein größeres Spektrum zur Lösungsfindung für nachhaltige
Entwicklungsstrategien generieren können.

„Die Bewahrung der Schöpfung ist die zentrale Menschheitsaufgabe des 21. Jahrhunderts. Bildung für
kulturelle Nachhaltigkeit und eine kreative Kulturarbeit kann uns dabei maßgeblich unterstützen,
dass unsere gemeinsame Verantwortung für die sensible, ökologische Balance auf der Erde auch
verstanden und gelebt wird. Dieses Kunstprojekt verdeutlicht den Stellenwert einer engagierten Kunst.
Ihre Bildsprache und Symbolik steuert einen Prozess der Auseinandersetzung und lässt uns über
wichtigen Themen mit vielen Menschen an einem außergewöhnlichen Ort ins Gespräch kommen!“, so
der Schirmherr des Projektes Regionalverbandsdirektor Peter Gillo.
„Wenn wir auf die Reichweite der Gegenwart in die Zukunft schauen, müssen wir die eigenen Werte,
das eigenen Handeln, die eigenen Praktiken reflektieren und Lösungen entwickeln, die ein sinnvolles
Leben im Jetzt mit jenen Menschen, die uns folgen, in eine fürsorgliche Verbindung bringt. Dies ist in
erster Linie ein spiritueller Prozess, der mit der Fähigkeit zu lernen, sich zu verändern, sich anders
auszurichten und letztlich zu lieben einhergeht. Die schöpferische Kraft der Kunst bietet uns ein
wunderbares Instrument, diese zutiefst menschlichen Fähigkeiten neu zu entdecken und kreativ
auszubauen. Erst im eigenen Erfassen werden wir zu Handelnden und zum Bild für Andere. Auf
diesen gesellschaftsrelevanten Wechsel der Perspektive ist das prozessortentierte Kunstprojekt
ausgerichtet“, so Kurator Peter Michael Lupp vom Regionalverband Saarbrücken.

Zusammenspiel von Künstlern und Netzwerkpartnern
Projektträger: junge bühne auersmacher
Vorsitzender/künstlerischer Leiter der Passionsspiele Auersmacher: Josef Lang
Das Kunstprojekt ist eine Initiative des Regionalverbandes Saarbrücken zur kulturellen Bildung für
nachhaltige Entwicklung. Schirmherr: Regionalverbandsdirektor Peter Gillo
Projektpartner: Katholische Kirchengemeinde Maria Heimsuchung Auersmacher, Gemeinde
Kleinblittersdorf, Dekanat Saarbrücken, Kirchenkreis Saar-West der Evangelischen Kirche im Rheinland,
Biosphärenzweckverband Bliesgau, Wintringer Hof | KulturOrt Wintringer Kapelle I VHS Regionalverband Saarbrücken, Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes
Zum Projekt erscheint ein illustriertes Brevier (erhältlich vor Ort und bei den Projektpartnern).
Kurator: Peter Michael Lupp, Kulturreferent Regionalverband
Kontakt: 06 81/506 60 60, peter.lupp@rvsbr.de