Informationen sollen Corona-Kontaktpersonen schneller erreichen

Anordnung der Quarantäne erfolgt nach wie vor über die Behörden

Aufgrund der hohen Zahl an infizierten Personen wird das
Kontaktpersonen-Management im Regionalverband effizienter gestaltet. Das
Gesundheitsamt setzt dabei ab sofort auf eine größere Mitwirkung der
betroffenen Personen. Konkret geht es darum, dass die Infizierten selbst
die gemeinsam mit dem Gesundheitsamt ermittelten Kontaktpersonen
telefonisch über das Risiko einer Ansteckung sowie die
Quarantänemaßnahmen informieren. Nach wie vor erfolgt die
Entscheidung über Quarantänemaßnahmen über das Gesundheitsamt und die
Quarantäne-Verfügung wird vom jeweiligen Ordnungsamt der Stadt oder
Gemeinde erteilt.
 
Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Ziel dieser leicht geänderten
Vorgehensweise ist, das Verfahren insgesamt schneller und effizienter zu
gestalten. Es darf keine unnötige Zeit verstreichen, bis die betroffenen
Personen von den zu beachtenden Maßnahmen erfahren. Denn in genau dieser
Zeitspanne kann sich das Virus unwissentlich weiterverbreiten. Deshalb
ist es in der jetzigen Situation wichtig und richtig, die betroffenen
Personen selbst mit ihren Möglichkeiten in die Pflicht zu nehmen.“
 
Bei Patienten, bei denen die selbständige Kommunikation nicht gesichert
ist, übernimmt das Gesundheitsamt weiterhin direkt den alleinigen
Kontakt zu den Kontaktpersonen. Eine weitere Änderung betrifft die
Fälle, in denen die Recherche der Kontaktdaten erschwert ist oder die
Kontaktpersonen nach mehrmaligen Versuchen nicht erreicht wurde. Hier
ergeht auch ohne direkten Kontakt nach 72 Stunden eine Empfehlung an die
Ortspolizeibehörden, entsprechende Quarantäne-Verfügungen anzuordnen. 
 
Das Verfahren in Kurzform:
Nach Meldungseingang werden die mit dem Coronavirus Infizierten
unverzüglich vom Gesundheitsamt kontaktiert. Ihnen und den direkten
Kontaktpersonen im Haushalt wird die Quarantäne zunächst mündlich
angeordnet. Die Daten dieser Personen werden der Ortspolizeibehörde
übermittelt, die die Quarantäne-Verfügungen postalisch zustellt. Der
Patient wird außerdem darum gebeten, eine Liste mit Kontaktpersonen zu
erstellen und ihnen telefonisch eine Vorabinformation zu vermitteln,
damit diese sich selbständig und unverzüglich in Quarantäne begeben
können. Innerhalb von 24 Stunden bespricht ein Mitarbeiter des
Gesundheitsamts mit dem Patienten telefonisch die zuvor übermittelte
Liste der weiteren Kontaktpersonen. Gemeinsam wird überprüft, ob die
genannten Kontakte einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren und
somit unter Quarantäne zu stellen sind, und welchen Berufen sie ausüben.
Durch das neue Verfahren der sofortigen Benachrichtigung durch den
Patienten haben sich ggf. Kontaktpersonen sogar bereits selbst beim
Gesundheitsamt gemeldet. Das Gesundheitsamt übermittelt auch diese Daten
der Ortspolizeibehörde, die die Quarantäne-Verfügungen postalisch
anordnet. 
 
Weitere Informationen zum Thema:
www.regionalverband.de/corona/kontaktpersonen