22. Oktober 2017
 
03.03.2017 13:04

Rathaussturm am 24.Februar 2017 erfolgreich für die Narren der Oberen Saar

Trotz erheblicher Gegenwehr mussten sich die Verteidiger des Kleinblittersdorfer Rathauses am Freitag, 24.Februar den närrischen Heerscharen letztendlich doch geschlagen geben.

Obernärrin Sophia Nickles von den Sitterswalder „Kappeskepp“ hatte zuvor dem Rathauschef Stephan Strichertz gehörig die Leviten gelesen. Nachdem die Narren bis Aschermittwoch die Macht übernommen hatten, gab es erstmal was zu Essen und zu Trinken.

 

Bürgermeister Stephan Strichertz versuchte das Historische Rathaus zu Kleinblittersdorf gegen den verrückten Narrensturm mit seinen Verwaltungsleuten zu verteidigen.

 

Doch so wortgewandt und listig auch Gemeindeoberhaupt seine Macht im Historischen Rathaus an Fáasendfreitag zu verteidigen versuchte – es nutzte alles nichts. Die Fáaseboozen hatten einen Plan ausgeheckt, gegen den Strichertz letztlich machtlos war. Statt das Rathaus sturmreif zu schießen oder per Leitern über die Fenster einzudringen, sollten die Ortsvorsteher, die sich als Abwehrwächter vor der Rathaustür verschanzt hatten durch subversive Kräfte überlistet werden und das Rathaus eingenommen werden.

 

Davor hatte der Bürgermeister noch groß verkündet: „Ob Kowe, diese Roten Röcke, hob Heckeholer Bauernböcke, ob Kappeskepp, Texanerbrut, ob Rebläus‘, ihr könnt gar nichts gut. Meine Mannschaft steht wie Stein und lässt Euch Narren hier nicht rein.“

 

„Na gut, du wolltest es so haben, Ich schicke dir jetzt uns’re Garden… Gardemädchen seid bereit, . Das Schlafhaus wird im Nu befreit“, rief Sophia Nickles von den Kappeskepp., und  fügte gleich noch an: „Siehst du Stephan, ich habs gesagt. Eine große Lippe hast du gewagt, und doch sind wir die neuen Bosse, schicken Euch jetzt in die Gosse!.... du und deine Politik-Genossen, werden heute abgeschossen“. Delegationen der Karnevalsvereine der Oberen Saar marschierten dort in so großer Zahl auf, dass Strichertz nicht den Hauch einer Gegenwehr leistete.

 

Der Plan ging auf. Der Rathauschef und seine Bastion der Ortsvorsteher wurden von den Prinzengarde erstürmt und die Vorsitzenden von Kowe Andreas Wilde  und Heckeholer Marcel Hensgen holten den Bürgermeister aus seiner Amtsstube heraus. Tapfer nahm der Bürgermeister den Verlust seiner Macht hin.

 

Mit seinen Ortsvorstehern und Ersten Beigeordneten wurde der Bürgermeister dann zu einer Strafe verdonnert. Ein Mini-Swimmingpool mit Löchern, der an die Teichanlage Bemelwies erinnern sollte, musste von Ortsvorsteher Hans-Josef Bur gefüllt werden. Wie lange dauert es, bis der kleine Swimmingpool voll ist? Seine Ortsvorsteherkollegen Günter Lang, Jürgen Laschinger, Thomas Unold und die Erste Beigeordnete und Ortsvorsteherin Erika Heit halfen ihm eifrig beim Füllen.

 

Danach  feierten die Bezwungenen noch mit den Tollitäten samt Gefolge im Rathaus den gelungen Machtwechsel. So konnten die siegreichen Narren auf dem Rathausvorplatz tanzen, singen und schunkeln – für Musik hatten die „Kellergeister“ aus Sitterswald und Verpflegung hatten Personalrat und Karnevalsgesellschaften  der Oberen Saar auch dieses Jahr bestens im proppevollen Rathausfoyer gesorgt. Und statt befürchteter schwerer Sturmböen gab es einen ganz und gar friedlichen närrischen (An)sturm – bei sage und schreibe vorfrühlingshaften 12 Grad Celsius.