18. Juli 2019
 
17.06.2019 10:39

Neue Infotafel klärt Spaziergänger und Wanderer auf

Hoch oben auf dem Auersmacher Feld, neben dem ehemaligen Modellflugplatz und in unmittelbarer Nähe des trigometrischen Punktes auf dem Blies-Grenz-Weg trällern Feldlerchen von der Morgendämmerung an bis zum Abend und sie erfreuen damit das Herz manchen Naturbeobachters, Spaziergängers und Wanderers. Man bezeichnet die Zugvögel, die in Südfrankreich und Spanien überwintern, als den Charaktervogel der offenen Kulturlandschaft. Doch auf dem Blies-Grenz-Weg lässt sich nicht nur die Natur genießen, sondern ganz nebenbei auch noch etwas lernen. Denn der NABU Kleinblittersdorf-Fechingen hat genau an dieser Stelle eine neue Infotafel errichten lassen. 

Bürgermeister Stephan Strichertz traf sich vorigen Freitag mit Axel Hagedorn, Erster Vorsitzender des NABU Kleinblittersdorf-Fechingen, Helmut Brandstetter Vorsitzender des Auersmacher Bauernvereins, sowie der Auersmacher Naturschutzbeauftragte Manfred Hoffmann und weitere Ratsmitglieder und Bürger aus der Gemeinde, um  die neue Infotafel bei einem Vor-Ort-Termin gemeinsam vorzustellen.

Die Feldlerche ist ein wahrer „Kulturvogel“, hat sie es doch mit ihrem Gesang in zahlreiche Werke der Dichtkunst geschafft. So findet sie zum Beispiel in einem der bekanntesten Dialoge aus Shakespeares Liebesdrama „Romeo und Julia“ Erwähnung: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche ...“, sagt die schöne Liebende. Doch ihr vom Tode bedrohter Geliebter weiß es besser: „Die Lerche war’s, des Morgens Herold, nicht die Nachtigall ...“.

So ist die Feldlerche auch „Vogel des Jahres 2019. Die Feldlerche war es schon einmal, und zwar 1998. Schon damals warnten wir davor, dass der begabte Himmelsvogel in vielen Gebieten Deutschlands selten oder gar aussterben wird.

Doch auf gerade dem Auersmacher Feld ist die Population der Feldlerche ziemlich groß. Das war auch einer der Gründe warum sich der NABU Kleinblittersdorf-Fechingen überlegt hat, genau an dieser Stelle eine Infotafel aufzustellen.

Die Tafel informiert über die Hintergründe, die verschiedenen Arten der Wiesenblumen und-kräuter und neben der Feldlerche auch weitere seltene Vogelarten wie zum Beispiel Schwarz- oder Rotmilan. Der NABU konzipierte und finanzierte die Tafel, die vom Bauhof der Gemeinde Kleinblittersdorf aufgestellt worden ist.

„Mit ihrem Gesang von der Morgendämmerung bis zum Abend läutet die Feldlerche, nachdem sie im April von ihrer Winterzeit in Südfrankreich und Spanien zurück ist, alljährlich den Frühling ein, erzählt Hagedorn den Anwesenden. Doch der Himmel über unseren Feldern ist stummer geworden: Die Intensivierung der Landwirtschaft durch Düngung und Kultivierung nimmt den Feldlerchen ihren Lebensraum. Darum plädiert NABU-Mann Axel Hagedorn an die Bauern sogenannte Lerchenfenster zu erstellen. „Um dem starken Rückgang der Feldlerche entgegenzuwirken, müssen wir jedes einzelne Brutpaar schützen. Die Bauern lassen einfach eine 20 bis 200 qm –große Wiesenfläche brach liegen, die nicht gemäht wird. Aber das ist hier auf dem Auersmacher Feld ja der Fall. Die Wiesen werden so gepflegt, dass die Vögel dort ungestört brüten können. Ich möchte mich bei allen Landwirten bedanken, die uns dabei unterstützen“, so Axel Hagedorn bei der Tafelaufstellung. Bürgermeister Stephan Strichertz fügte hinzu:  Die Infotafel ist eine gute Ergänzung, um auch Spaziergängern, Wanderern des Premiumwanderweges und Jakobspilgern über die seltene Vogelart und ihr Brutverhalten zu informieren“.