19. November 2019
 

Sucé-sur-Erdre - ein kleines Portrait

An der Straße von Nantes nach Sucé sur Erdre, drei Kilometer vor dem Ziel, zieht eine alte aus Stein gebaute Windmühle die Blicke auf sich. Sie ist ein Erinnerungsstück an die vielen Windmühlen, die sich in dieser Gegend befanden und die sich die bisweilen heftigen Westwinde zu Nutze machten. Jedesmal beim Anblick dieser Mühle wissen wir: Jetzt ist Sucé nicht mehr weit!

Nach der Einfahrt in das Städtchen führt der Weg in allmählichem Abstieg zur Erdre. Diese zeigt sich hier in einer solchen Verbreiterung, dass man an einen langgestreckten See denkt. Wasser ist neben dem Wind das zweite, wenn nicht sogar das wichtigste prägende Element von Sucé sur Erdre, sagt es doch schon der Name des Ortes.

Eine Art Dammbrücke, gebaut zwischen 1869 und 1871, verbindet die beiden weit auseinander liegenden Flussufer; ein großer in Stein gemauerter Rundbogen im Damm gibt der Erdre ihren langsam fließenden Durchlass. Gesäumt ist die Dammstraße zu beiden Seiten von alten Pappeln, die uns einladen, uns dem Ortskern zu nähern.

Am Ufer angelangt, geht die Straße geradeaus weiter durch eine enge Häuserzeile, um am Ende von der quer stehenden Pfarrkirche gleichsam abgeriegelt und beidseitig umgeleitet zu werden. Die Kirche, 1846 erbaut, ist neben Wasser und Dammbrücke das markanteste Wahrzeichen von Sucé. Mit ihrem schlanken und spitz zulaufenden Turm überragt sie die geduckt wirkenden Häuser und bestimmt so die Silhouette dieses malerischen Ortes.

Um die Kirche herum befinden sich viele für das tägliche Leben notwendigen Geschäfte wie Lebensmittelladen, Fleischerei, Bäckerei; auch Apotheke, Blumengeschäft und Restaurants fehlen nicht.

Aber kehren wir noch einmal zur Erdre-Brücke zurück. Zur linken Seite am nördlichen Ufer befinden sich der Bootsverleih und das Touristikbüro. Die großen Wasserflächen bieten Boot- und Kanuliebhabern ausgezeichnete Entfaltungsmöglichkeiten. Sucé sur Erdre hat einen hohen Sport- und Freizeitwert.

Die rechte Uferseite ist von einer imposanten Baumreihe bestanden. In ihrem Schatten laden Parkbänke ein, in Ruhe den Blick über das Wasser schweifen zu lassen. Dieser Uferteil heißt seit zwanzig Jahren in Würdigung der Partnerschaft der beiden Gemeinden "Quai de Bliesransbach".

Weiter nach rechts am Ende der Baumallee folgen Häuser, deren Grundstücke direkt an die Erdre führen. Manch einer der Bewohner kann von seinem Anwesen aus zu seinem Boot gehen und die Erdre als Verkehrsweg benutzen. Beeindruckend sind die Laubbäume und üppigen Waldungen die sich in der Fortsetzung rund um alle Uferseiten dem Blick darbieten. Ein beinahe paradiesisches Bild!

Sucé sur Erdre hat aber auch seine nüchterne, gewissermaßen statistische Seite. Laut Internet leben hier 5865 Einwohner; die Fläche ist 4133 ha groß, die Wasserfläche 300 ha bei 13 km Uferlänge; Sucé liegt 14 m über dem Meeresspiegel. Die Postleitzahl lautet 44240; Nantes ist 16 km entfernt. Sucé befindet sich im Département Loire-Atlantique (44) und in der Region Pays de la Loire. Seit den Wahlen im März 2001 heisst der neue Bürgermeister Dominique Meluque, sein erster Beigeordneter ist Jean-Louis Roger.

Hans Funk