Wie in jedem Jahr, bekamen die Gemeinderatsmitglieder, die Ortsvorstehenden, die Naturschutzbeauftragten sowie die Verwaltungsmitarbeitenden vergangene Woche die Gelegenheit, sich bei einer Waldbegehung mit Gemeindeförsterin Martina Herzog, ein Bild vom aktuellen Zustand des Gemeindewaldes zu machen. Dramatische Schäden an den Buchenbeständen, notwendige Anpassungen bei der Waldbewirtschaftung und die Zukunft eines klimaresilienten Waldes standen im Mittelpunkt der diesjährigen Begehung.
An verschiedenen Stellen im Gemeindewald konnten die Teilnehmenden die deutlichen Spuren begutachten, die der extrem trockene und heiße Sommer 2026 hinterlassen hat. Besonders betroffen ist die Buche, die bislang die Hauptbaumart des Waldes darstellt. Bereits Anfang August zeigten zahlreiche Buchen braune, vollständig vertrocknete Kronen. Bäume mit diesem Schadbild können sich nicht mehr erholen und werden im kommenden Frühjahr nicht erneut austreiben.
Bereits in den Jahren 2019, 2020 und 2022 waren erhebliche Trockenschäden aufgetreten. In diesem Jahr ist das Ausmaß jedoch nochmals deutlich größer. Während zuvor vor allem ältere Buchen betroffen waren, zeigen sich die Schäden mittlerweile in sämtlichen Altersklassen. Selbst jüngere und bislang geschlossene Bestände, die frühere Trockenperioden vergleichsweise gut überstanden hatten, sind stark geschädigt. Auch die natürliche Buchenverjüngung des Waldes ist teilweise vertrocknet.
Neben der Buche zeigen auch Birken, Hainbuchen, Bergahorne und Vogelkirschen deutliche Schäden. Ob sich einige dieser Baumarten im nächsten Jahr erholen können, bleibt abzuwarten.
Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten: Der Gemeindewald verfügt insgesamt über eine große Baumartenvielfalt, wovon sich einige als besonders widerstandsfähig erweisen. Insbesondere Traubeneiche, Feldahorn, Elsbeere, Spitzahorn, Roteiche, Sommerlinde und Aspe haben den trockenen Sommer vergleichsweise gut überstanden. Auch Lärchen, Douglasien und die noch vereinzelt vorhandenen Fichten blieben weitgehend vor Trockenschäden verschont.
Die massiven Schäden machten jedoch eine grundlegende Änderung der ursprünglich für 2026 vorgesehenen Waldbewirtschaftung erforderlich. Sämtliche geplanten Auslesedurchforstungen wurden zurückgestellt. Stattdessen konzentrierten sich die Arbeiten auf die Entnahme bereits absterbender Buchen. Ein Teil des Holzes konnte noch als Stammholz unterschiedlicher Qualität vermarktet werden. Das übrige Material wurde zu Brennholz aufgearbeitet. Zahlreiche absterbende oder bereits abgestorbene Buchen bleiben zudem bewusst als Biotopbäume im Wald stehen, da sie wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Waldbegehung war die zukünftige Entwicklung des Gemeindewaldes. Ziel ist es, die vorhandene Baumartenvielfalt zu erhalten und gezielt zu erhöhen, um den Wald widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit zu machen. Noch in diesem Herbst sollen deshalb unter anderem Traubeneichen, Roteichen, Elsbeeren, Mehlbeeren, Baumhaseln und Spitzahorne gepflanzt werden. Diese Baumarten gelten als vergleichsweise trockenheitstolerant und sollen langfristig zu einem stabileren Mischwald beitragen. Die jungen Bäume erhalten biologisch abbaubare Einzelschutzhüllen, die sie vor Wildverbiss schützen und ihre spätere Pflege erleichtern.
Auch die natürliche Entwicklung des Waldes soll gezielt genutzt werden. Wo absterbende Buchen mehr Licht auf den Waldboden lassen, entstehen beispielsweise bessere Wachstumsbedingungen für junge Eichen. Als lichtbedürftige Baumart profitiert die Eiche von solchen Veränderungen. Ihre Naturverjüngung soll bei Bedarf durch Schutzhüllen oder sogenannte Hordengatter vor Wildverbiss geschützt werden. Ähnliche Möglichkeiten ergeben sich für die Elsbeere, die durch das Absterben benachbarter Buchen ebenfalls mehr Licht erhält.
Bei der Begehung wurde deutlich, dass der Gemeindewald vor einem grundlegenden Wandel steht. Angesichts der künftig häufiger zu erwartenden heißen und trockenen Sommer wird die Buche ihre bisher dominierende Rolle voraussichtlich weitgehend verlieren und anderen, resilienteren Baumarten weichen.
Zum Abschluss kamen die Teilnehmenden nochmal am Fischweiher zusammen und konnten sich bei Speis und Trank über das Gehörte austauschen und vertiefende Fragen stellen.
Vielen Dank an die Gemeindeförsterin Martina Herzog für diesen interessanten Nachmittag im Gemeindewald!

